Schwarzwälder Bote 15.Mai 2007
TV-Pläne für Grandts Hitler-Buch Zollernalbkreis. Bei den morgen startenden Filmfestspielen in Cannes wird Michael Grandts "Das Hitler Tribunal" eine gewichtige Rolle spielen, 2008 kommt eine türkische Übersetzung auf den Markt. Der streitbare Doku-Roman des Bisinger Autors (wir berichteten) schlägt immer größere Wellen - allerdings vornehmlich im Ausland.
"Zu brisant für Deutschland?", fragte das schweizerische Magazin Mysteries jüngst in seiner Rezension. Die Frage scheint berechtigt. Denn während "Das Hitler Tribunal" weltweit Furore macht, halten sich viele deutsche Medien mit ihrer Berichterstattung zurück. Das meint zumindest der Autor selbst. "Die deutsche Medienlandschaft hat eindeutig ein Problem mit dem Thema", so Grandt. "Wenn sie nicht geblockt hätten, hätten wir sicher mehr verkaufen können". Deshalb rechnet der Bisinger damit, dass auch künftig "die Impulse aus dem Ausland kommen" werden. Und dort tue sich derzeit "Sensationelles", berichtet Michael Grandt.
Der Filmrechtehändler Dr. Rainer Bienger will den Doku-Roman vermarkten und mit Hilfe von Investoren auf die Mattscheibe oder gar auf die Leinwand bringen. Im US-Blatt Variety, einer Fachzeitschrift für Regisseure und Produzenten, hat er bereits einen Artikel lanciert, ein weiterer Bericht im "Hollywood Reporter" soll folgen. Und bei den Filmfestspielen in Cannes wird Bienger den Stoff potenziellen Interessenten anbieten. Gedacht ist an einen TV-Mehrteiler, aber auch als Vorlage für einen Kinofilm kann sich Bienger das Werk vorstellen. Grandt wertet es als "Riesenerfolg, dass so ein renommierter Mann sich des Buches annimmt".
Während der Verlag Ithaki Publishing an der türkischen Ausgabe des "Hitler Tribunal" feilt und Verlage in Südafrika, Brasilien, Spanien, Portugal und den USA Interesse bekundet haben, hat Grandt bereits Teil zwei seines vierteiligen Doku-Romans fertig gestellt. Es erscheint zur Frankfurter Buchmesse im Oktober. "Wege zum Krieg" ist der 800-seitige Neuling überschrieben und birgt wieder Diskussionsstoff. Unter anderem will Grandt belegen, "dass Hitler nie ohne militärische und wirtschaftliche Hilfe der Sowjetunion in Polen einmarschiert wäre".
Trotz aller Erfolge im Ausland lassen Grandt und der Gryphon-Verlag bei der Vermarktung im Inland nicht locker. Am 10. November wird es eine szenische Lesung in der Festhalle Irndorf geben. Mit dabei sind die Schauspieler Horst Kummeth und Horst Jüssen. Letzterer stellt dort zudem seine fiktive Goebbels-Biographie "Joseph Satan" vor.
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